Uniterre reicht Volksinitiative „Für Ernährungssouveränität“ ein.

Die Bauernorganisation Uniterre hat heute ihre Volksinitiative „Für Ernährungssouveränität“ eingereicht. Diese verlangt einen Richtungswechsel in der Agrarpolitik.

109‘655 beglaubigte Unterschriften haben heute Mitglieder der Bauernorganisation Uniterre sowie weiterer Gruppierungen der Bundeskanzlei übergeben. Nach den Initiativen des Bauernverbands (Ernährungssicherheit), der Grünen (Fair Food) und der IG Hornkuh ist die Uniterre-Initiative „Für Ernährungssouveränität“ bereits das vierte Volksbegehren zur Landwirtschaft, das seit Sommer 2014 eingereicht wurde. Sie ist zugleich die weitreichendste Initiative, deren Ziel eine Abkehr von der heutigen Agrarpolitik ist.
Die Initiative verlangt grundsätzlich eine Landwirtschaft, die nachhaltig, regional, einträglich, klimaschonend und gentechfrei ist. Der Bund soll zudem:
– Für faire Produzentenpreise und Arbeitsbedingungen sorgen
– Den Bauern ermöglichen, das Angebot zu steuern
– Für mehr Beschäftigte in der Landwirtschaft sorgen
– Regionale Verarbeitungs-, Lagerungs- und Vermarktungsstrukturen stärken
– Auf eine Versorgung mit überwiegend einheimischen Lebens- und Futtermitteln achten
– Importiere Lebensmittel, die nicht nach Schweizer Standards produziert wurden, sollen mit Zöllen belegt oder verboten werden.
Für Uniterre entwickelt sich die Landwirtschaft in eine falsche Richtung. Beklagt wird, dass die menschliche Arbeitskraft zunehmend mit Chemie und schwerer Mechanisierung ersetzt werde. „Die aktuelle Agrarpolitik fördert – ganz nach dem Dogma „wachsen oder weichen“ – weiterhin eine zerstörerische Wachstumsstrategie“, sagte Ulrike Minkner, Vizepräsidentin Uniterre, heute vor den Medien. Mit der Initiative wolle man eine bäuerliche Landwirtschaft bewahren. Diese sei mit dem Boden verbunden und an die lokalen Besonderheiten angepasst, nur so liessen sich Krisen meistern. „Die industrielle Landwirtschaft dagegen verbraucht mehr Ressourcen, als dass sie schlussendlich produziert“, betonte Minkner.
Nebst dem Strukturwandel kritisiert Uniterre das Diktat des freien Marktes. Bundesrat Schneider-Ammann wird vorgeworfen, eine neoliberale Freihandelspolitik zu betreiben. Sorgen bereitet Uniterre zudem der Verlust an Kulturland.

Der Wortlaut der Initiative findet sich unter:

http://www.souverainete-alimentaire.ch

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