Naturbewusstseinsstudie 2015

Die Naturbewusstseinsstudie 2015 stellt die vierte repräsentative Bevölkerungsumfrage des BMUB und BfN zum gesellschaftlichen Bewusstsein für Natur, Naturschutz und biologische Vielfalt dar.

Naturbewusstsein-2015

Die langfristig angelegten und seit 2009 im zweijährigen Turnus durchgeführten Untersuchungen tragen zur Erfüllung nationaler und internationaler Verpflichtungen bei. Hierbei sind insbesondere die Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) für das gesellschaftliche Bewusstsein sowie der Artikel 13 des Übereinkommens über die biologische Vielfalt ( CBD ) zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit zu nennen.

Die aktuelle Studie wurde im Mai und Juni 2015 erhoben und anschließend ausgewertet. Die Ergebnisse beruhen auf einer Stichprobe von 2.054 Personen im Alter ab 18 Jahren, die in ihrer Aussagekraft für ganz Deutschland repräsentativ sind.

Die neuen Leitthemen der Studie 2015 bilden Fragestellungen zu den Bereichen „Naturschutz und Agrarlandschaften“ sowie „Naturschutz und Stadtnatur“. Die Studienergebnisse geben vielfältige Impulse für die Gestaltung von Naturschutzkommunikation und -politik.

Wichtige Ergebnisse sind unter anderem:
Die Bevölkerung steht der Agrarwirtschaft kritisch gegenüber und befürwortet Wandel

Bei der Zustimmung zu verschiedenen Handlungsmöglichkeiten der Agrarpolitik ist fast allen Bürgerinnen und Bürgern das Wohl der Tiere bei der Nutztierhaltung am wichtigsten (93 Prozent, davon 65 Prozent „sehr wichtig“). Fast genauso häufig wird der Forderung zugestimmt, dass die Landwirtschaft bei ihren Entscheidungen die Auswirkungen auf die Natur berücksichtigen soll (92 Prozent, davon 64 Prozent „sehr wichtig“).

Agrarpolitische Instrumente, die auf mehr Naturschutz abzielen, finden in der Bevölkerung starken Zuspruch. Die große Mehrheit befürwortet sowohl strengere Regeln und Gesetze zum Schutz der Natur (83 Prozent, davon 45 Prozent „voll und ganz“) als auch die finanzielle Förderung einer naturverträglicheren Landwirtschaft durch den Staat (74 Prozent, davon 30 Prozent „voll und ganz“).
Stadtnatur erfährt eine hohe Wertschätzung

Als die wichtigsten Naturelemente in der Stadt werden öffentliche Parkanlagen (sehr wichtig: 80 Prozent), Bäume und Pflanzen am Straßenrand (70 Prozent) sowie Gewässer (60 Prozent) genannt.

Natur in der Stadt wird als Raum für Erholung und Entspannung von 92 Prozent für sehr wichtig oder eher wichtig erachtet. Besonders für ältere Menschen hat die Natur in der Stadt eine hohe Bedeutung. So geben 55 Prozent der über 65-Jährigen geben an, Stadtnatur täglich oder mehrmals in der Woche zu nutzen, unter 30-Jährige geben dies nur zu 34 Prozent an.
Die Mehrheit steht weiterhin hinter der Energiewende

Nach einem leichten Rückgang der Werte in 2013 belegen die Ergebnisse der Naturbewusstseinsstudie 2015 wieder eine gestiegene Zustimmung zur Energiewende: 61 Prozent der Befragten halten die überwiegende Versorgung aus erneuerbaren Energien für richtig. Die Gruppe der Energiewende-Gegner bleibt mit 7 Prozent auch in 2015 eine Minderheit.
Bürgerinnen und Bürger haben eine innige Naturbeziehung

Die Naturbewusstseinsstudie 2015 zeigt, dass Natur für die Bevölkerung eine sehr wichtige Rolle spielt und für sie eine hohe persönliche Bedeutung hat. Für 94 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gehört Natur zu einem guten Leben dazu. Gut 9 von 10 Personen schätzen ihre Vielfalt, verbinden Natur mit Gesundheit und Erholung und sagen, es mache sie glücklich, in der Natur zu sein.

Anlässlich der Medienberichterstattung über die heute vorgestellte Naturbewusstseinsstudie 2015 des BMUB erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt:

„Kernaufgabe der Landwirtschaft ist und bleibt die Ernährungssicherung einer wachsenden Weltbevölkerung. Wer glaubt, der Kampf gegen den Hunger auf der Welt ließe sich ganz ohne konventionelle Landwirtschaft gewinnen, verzerrt die Realität. Die Landwirtschaft sichert unsere Lebensgrundlage. Besonders mittlere und kleinere Betriebe sind daneben für den Erhalt unserer Kulturlandschaft unverzichtbar. Dafür müssen sie auch ökonomisch ertragsfähig bleiben.
Im Zusammenhang mit den Klimaschutzzielen der Bundesregierung hat Bundeswirtschaftsminister Gabriel kürzlich vor einer Überforderung der Industrie gewarnt, „dass das kein Plan wird, der einen Beitrag zur De-Industrialisierung in Deutschland leistet“. Was der Wirtschaftsminister mit Blick auf die Industrie zu Recht fordert, muss auch für die Landwirtschaft und die Ernährungsindustrie gelten. Angesichts der sehr schwierigen Marktlage für viele landwirtschaftliche Produkte dürfen wir die Landwirtschaft nicht mit immer neuen Forderungen und Belastungen überfordern. Wir brauchen eine behutsame Weiterentwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit und des Arten- und Ressourcenschutzes – mit unseren Landwirten und nicht gegen sie.

Bei allen Bemühungen für den Klima- und Artenschutz darf die bäuerliche Landwirtschaft als wichtiger Arbeitgeber und Rückgrat vieler Ländlicher Räume nicht auf der Strecke bleiben. Die Landwirtschaft gehört in die Mitte der Gesellschaft. Gerade die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzdokument geben uns den Weg vor: Die Landwirtschaft ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.“

Weitere Details finden Sie im Hintergrundpapier.

Die komplette Studie finden Sie hier: http://www.bfn.de/0309_naturbewusstsein.html

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